Ein Typ mit vielen Gesichtern

Der vogelfreie Vogelmayer prangerte mit seinem Kabarettprogramm „Spiegelbilder“ Missstände an
   

Tagsüber ist Thomas Mayer ein ganz biederer junger Mann aus Straubing, der in seine Arbeit geht, wie viele andere Menschen auch. Sobald es aber Abend wird und ein Auftritt ansteht, wird er zum vogelfreien Vogelmayer, einem Liedermacher und Musik-Kabarettist mit in jeder Hinsicht vielen Gesichtern.

   

Seine Kleidung lässt nicht auf provokante Texte schließen. Wenn der Vogelmayer aber
den Mund aufmacht, hält er seinem Publikum einen zeitkritischen Spiegel vor.
   

Zum einen schaut Vogelmayer auf jedem Foto anders aus, ist in einer anderen Pose zu sehen und man muss oft zwei Mal hinschaun, um ihn zu erkennen. Zum anderen hält er in seinem aktuellen Programm „Spiegelbilder“ mit vielen seiner Lieder der Gesellschaft, der Politik und der Wirtschaft einen Spiegel vor und prangert Missstände an, aber er hat auch Klamauk-Lieder und Witze in seinem Programm. Sich selbst bezeichnet er in seinem Begrüßungs- und Vorstellungslied als Ungeheuer mit Gitarre in der Hand oder als einen „wuidn Bayer ausm Woid“, der mit drei Akkorden die Wahrheit sagt. Seine Lieder muss man bis zum Ende anhören, um zu verstehen, was er eigentlich damit ausdrücken will.

   

(Quelle: www.vogelmayer.de)
Eines der vielen Gesichter vom Vogelmayer: Mit diesem Foto auf seinem Plakat
lud er die Schierlinger zu seinem Kabarettprogramm ein.
   

Als erstes prüfte er bei seinem Auftritt im Gasthaus „Zum Aumeier“ in Schierling das Niveau der Zuhörer mit Wortspielen. Bei einem provokanten Lied über Ausländer zog Vogelmayer zuerst richtig krass über Ausländer her, um dann diese Einstellung zu kritisieren und zu dem Schluss zu kommen: „Respekt vorm Anderen, des is des, wos gscheid fehlt!“ Dann schwenkte er um und schwärmte ausgiebig von Dahoam. „Da wo d'Weißwürscht wohnen, da bin i dahoam, da wo 's Bier no Nationalgetränk is, da bin i dahoam, da wo da Preiß gern Urlaub macht, da bin i dahoam“, das sind nur drei von insgesamt 40 Argumenten aus seinem Lied „Dahoam“, das er in zungenbrecherischem Tempo vortrug. Vogelmayer glaubt, „dass jeder Mensch dahoam sei wui. Dahoam, des is koa Ort, dahoam, des is a Gfui!“

Anschließend zog Vogelmayer kräftig über die Vernichtung der Natur her. Dann folgte sein derzeit bekanntestes Klamauk-Lied über den schwarz-weißen Ritter mit dem schwarz-weißen Pferd und dem schwarz-weißen Sattel und dem schwarz-weißen Schwert, das er bereits im Alter von 14 Jahren geschrieben hat. In seinem folgenden politischen Lied ging es um Heimat, Vaterland, Tradition, Bürgerrechte, Vernunft, Protest, Hausbesetzer, Proleten und mehr. Dabei zeigt er am Ende, dass wir im Vergleich zu manch anderen Ländern gar keine so schlechten Politiker haben: „Liaba wähln ma Menschen, de Fehler ham, als de, de koane Menschen mehr san!“ Im Lied „Das ungeschminkte Vorurteil“ schimpft er über Asoziale, Schwule, Zigeuner, Kanaken, Bimbos, Satanisten, Islamisten und so weiter, die unerträglich und gesellschaftsschädlich seien, um dann diese Einstellung anzuprangern als ungeschminktes Vorurteil und als Angst vor dem, was uns fremd ist.

Zwischen den Liedern kehrte der Musik-Kabarettist seinen schwarzen Humor heraus und er erzählte einige teils sehr deftige oder makabre Witze. In dem Stück „Vogelmayer 1, 2, 3, etz gehtís auf! I sog des, wos se sunst koana traut“ erklärte er, um was es bei ihm geht. Bei der Zugabe „Die Wahrheit ist unfickbar“ grüßte er alle Kranken und Perversen, alle Irren und Verrückten, alle Kinderschänder und Satanisten, alle Kriegsverbrecher und Psychos, alle Politiker und die, die sie wählen und alle sonstigen Burschen, die der Menschheit grad noch fehlen. Und er warf ihnen vor: „Ihr gehtís ab, des is a Graus, da hautís mir den Schalter raus!“

Thomas Mayer fallen seine Texte oder Melodien in der Badewanne oder auch mal unterwegs ein. Er nimmt sie dann gleich mit dem Handy auf und arbeitet sie später aus. Seit er 21 ist, ist er als Vogelmayer auf großen und kleinen Bühnen unterwegs. Vorher hat er aber auch schon Freunde am Lagerfeuer oder bei sonstigen Gelegenheiten unterhalten. Seit fast 12 Jahren zeigt der Vogelmayer, dass er sowohl lustig als auch sehr zeitkritisch sein kann, bei Missständen nicht weg schaut und den Menschen den Spiegel vorhält.

   



   
Weitere Fotos des Musik-Kabarettisten Vogelmayer beim Auftritt im Gasthaus „Zum Aumeier“:

   



   
Weitere Gesichter des Künstlers Vogelmayer von seiner Homepage www.vogelmayer.de:

   

   


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